AktuellesSpende für den Zivilschutz in der Ukraine
Ein kleiner Beitrag mit großem Sinn
Am Donnerstag, den 27. März 2025, hat sich eine kleine Delegation am windig kalten Schlossplatz versammelt und wartet. Und weil sich auch der ukrainische Botschafter angekündigt hat, ist in diesen Tagen auch Personenschutz schon lange vor dem verabredeten Termin am Platz.
Es ist nicht das erste Zusammenkommen dieser Art, die Marktgemeinde Laxenburg hat auf Initiative von Bürgermeister David Berl seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs bereits in den ersten Wochen im Jahr 2022 mit der Bevölkerung, Vereinen und der Pfarre ein Benefizevent auf die Beine gestellt, nach dem mehr als 15.000 Euro an die Nachbar in Not-Hilfe für die Ukraine übergeben werden konnten.
Seither hat man versucht, der befreundeten Stadtgemeinde Zolochiw im Westen des Landes und auch der schwer getroffenen Region Charkiw im Osten nahe der Frontlinie kollegial unter die Arme zu greifen. Gemeinden für Gemeinden – diverse Fahrzeuge, Aggregate für die Stromerzeugung, ein Kommunaltraktor oder ein Frontlader und Motorsägen für die Bergung, Schlafsäcke und Feldbetten und ein alter Bus, der als Schulbus verwendet wird, nachdem alle Schulbusse für das Militär eingezogen wurden; Das und vieles mehr wurde auf abenteuerlichen Fahrten mit freiwilligen Helfern und den hilfsbereiten Mitgliedern der Laxenburger und Wr. Neudorfer Freiwilligen Feuerwehr zum Teil bis an die ukrainische Grenze gebracht.
Man hat mit den Gemeinden des Bezirks – allen voran Wr. Neudorf – nach der Sprengung des Kachowka-Staudamms im Jahr 2023 Pumpen und Außenbordmotoren angekauft und im Sommer 2024 mit der Tiroler Gemeinde St. Anton am Arlberg zwei große Tanklöschfahrzeuge organisiert und an den Zivilschutz der Region Charkiw weitergereicht, der im vergangenen trockenen Hitzesommer durch Raketenangriffe vermehrt auch noch mit Waldbränden zu kämpfen hatte.
Und heute? Hat die Marktgemeinde einen PKW der Laxenburger Feuerwehr angekauft, um den Mitgliedern des ukrainischen Zivilschutzes mit einem robusten Kommandofahrzeug, einem Nissan Pathfinder, ein paar Wege erleichtern zu können.
Die Delegation aus Charkiw, die das Fahrzeug abholt, besteht aus zwei Männern und einer Frau, die nur aus diesem Grund derzeit ausreisen durften. Mit Hilfe eines Botschaftsmitarbeiters und diversen Übersetzungsprogrammen auf unseren Mobiltelefonen können wir uns – begrenzt, aber doch – ein wenig unterhalten. Diverse Videos aus ihrem Arbeitsalltag runden das Bild ab und geben den Blick in eine gänzlich andere Lebensrealität frei. 2.000 Kilometer weg von zu Hause erstaunt sie dann am Schlossplatz besonders der Flugverkehr in Richtung Schwechat, sie hätten seit zwei Jahren kein Flugzeug mehr in der Luft gesehen, schütteln die drei den Kopf. Ihre Familien sind über ganz Europa verstreut oder in der Ukraine, die Telefone seit mehr als zwei Jahren die einzige Verbindung zu ihren schulpflichtigen Kindern, die aber zumindest in Sicherheit wären. 20 Kollegen und Kolleginnen hätten sie seit Kriegsbeginn bereits verloren, acht allein durch Minen. Im Vorjahr wären sie auf rund 15.600 Einsätze gekommen, bei denen gelöscht, geborgen, evakuiert oder gerettet werden musste. Oft würden an der gleichen Stelle mit einer Zeitverzögerung noch einmal Raketen einschlagen. Die Angst wäre immer dabei. Wie man das aushält? Man müsse einfach.
„Für uns sind die Männer und Frauen der Rettungskräfte genau solche Heldinnen und Helden wie die Kämpfer an der Front“, wird Botschafter Dr. Vasyl Khymynets später betonen, „denn sie werden genauso gezielt angegriffen wie diese.“
Uns bleibt da nicht mehr viel zu sagen. Hände werden geschüttelt, Tankgeld und Reiseproviant mitgegeben und unsere Wünsche für die Zukunft übersetzt. Alles Gute euch und auf ein gesundes Wiedersehen im Frieden!
Den Termin in bewegten Bilder findet man hier.